Vereinslogo richtig vorbereiten für Druck und Stick
Vektor oder Pixel, Auflösung, Farbanzahl, Mindestgrössen beim Sticken und die passenden Dateiformate — plus konkreter Weg, wenn nur ein JPG existiert.

Die meisten Vereine haben ihr Logo als JPG aus einer WhatsApp-Gruppe, als PNG von der eigenen Website oder als Screenshot aus einem alten Vereinsheft. Für Social Media reicht das. Für Druck und Stickerei nicht. Dieser Artikel erklärt, was eine produktionstaugliche Datei ausmacht und was ihr tun könnt, wenn ihr sie nicht habt.
Pixel oder Vektor: der entscheidende Unterschied
Ein Pixelbild (JPG, PNG, GIF, WEBP) besteht aus einem festen Raster farbiger Punkte. Es hat eine feste Grösse. Vergrösserst du es, werden die Punkte grösser — das Bild wird unscharf und die Kanten franst aus.
Eine Vektordatei (SVG, AI, EPS, PDF mit Vektorinhalt) besteht aus mathematisch beschriebenen Formen. Sie lässt sich beliebig skalieren: vom 2 cm grossen Brustlogo bis zum Vereinsbanner, ohne Qualitätsverlust.
Für Druck und Stick brauchen wir immer saubere Konturen. Bei Sublimation, Flex und Flock werden Linien geschnitten oder gerastert; bei Stickerei muss jede Kante in eine Stichrichtung übersetzt werden. Ein verpixeltes Bild liefert dafür schlicht keine verwertbare Grundlage.
Welche Datei brauchen wir wofür?
| Verwendung | Ideal | Zur Not brauchbar | Nicht brauchbar |
|---|---|---|---|
| Flexdruck / Flock | SVG, AI, EPS | PNG freigestellt, mind. 2000 px breit | JPG mit weissem Hintergrund |
| Sublimation | SVG, AI, EPS | PNG mit 300 dpi in Endgrösse | Screenshot, WhatsApp-Bild |
| Stickerei | SVG, AI, EPS | klares PNG mit deutlichen Konturen | Foto eines Aufnähers |
| Grosse Rückenmotive | nur Vektor | – | alle Pixelbilder |
Auflösung: die einzige Zahl, die zählt
Wenn nur ein Pixelbild vorliegt, entscheidet die Auflösung in der tatsächlichen Druckgrösse. Die Richtgrösse ist 300 dpi in Originalgrösse. Praktisch heisst das:
- Brustlogo 8 cm breit: mindestens 950 px Breite
- Rückenmotiv 25 cm breit: mindestens 2950 px Breite
- Ärmelabzeichen 5 cm breit: mindestens 600 px Breite
Ein Logo mit 400 px Breite lässt sich nicht sinnvoll auf 25 cm bringen. Hochskalieren durch Software erzeugt keine neuen Details, sondern weiche Kanten.
Farbanzahl: relevant bei Flex und Flock
Bei Sublimation spielt die Farbanzahl keine Rolle. Bei Flex und Flock ist jede Farbe eine eigene Folienlage, die separat geschnitten und gepresst wird. Zwei Farben sind Standard, drei sind machbar, ab vier wird es aufwändig und optisch schwer.
Wenn euer Wappen viele Farbabstufungen enthält, gibt es zwei Wege: entweder ihr wählt Sublimation, oder wir erstellen eine vereinfachte Zweifarbversion für den Druck auf Textil. Viele Vereine nutzen dauerhaft beide Varianten — die volle Version für Website und Drucksachen, die reduzierte für Kleidung.
Mindestgrössen und Details beim Sticken
Stickerei hat eine physische Grenze: Ein Stich braucht Platz. Sehr feine Linien, dünne Schriften oder kleine Jahreszahlen verschwinden oder verlaufen ineinander.
Praktische Anhaltspunkte:
- Schrift wird ab etwa 5 mm Höhe zuverlässig lesbar, darunter wird es kritisch.
- Linien unter etwa 1 mm Stärke laufen zusammen.
- Sehr feine Elemente wie ein filigranes Ornament oder ein dünner Rahmen werden bei kleinen Emblemen weggelassen oder verstärkt.
Wir prüfen jedes Wappen vor der Produktion und melden uns, wenn Anpassungen nötig sind. Kein Verein bekommt von uns ein Stickmuster, das erst auf dem fertigen Polo enttäuscht.
Dateiformate, die ihr uns schicken könnt
Ideal: SVG, AI, EPS, PDF mit Vektorinhalt Brauchbar: PNG mit transparentem Hintergrund und hoher Auflösung Schwierig: JPG, besonders mit weissem Hintergrund oder Kompressionsartefakten Nicht verwendbar: Screenshots, Fotos von Aufnähern, Bilder aus Chat-Apps nach mehrfacher Weiterleitung
Schick uns im Zweifel einfach alles, was ihr habt. Wir sagen euch, was davon funktioniert.
Was tun, wenn nur ein JPG existiert?
Das ist der Normalfall, nicht die Ausnahme. Es gibt drei Wege:
1. Die Originaldatei suchen
Bevor ihr etwas neu erstellen lasst: Fragt beim Grafiker, der das Logo damals gemacht hat, beim Druckereibetrieb, der die letzten Flyer produziert hat, oder beim Vorstandsmitglied, das die Website aufgesetzt hat. Erstaunlich oft existiert die Vektordatei noch irgendwo.
2. Automatische Konverter
Online-Tools, die JPG in SVG umwandeln, erzeugen technisch eine Vektordatei — meist mit ausgefransten Konturen, falschen Farbflächen und hunderten überflüssigen Ankerpunkten. Für ein Wappen mit Text ist das Ergebnis in der Regel nicht produktionstauglich.
3. Professionell nachzeichnen lassen
Ein Grafiker zeichnet das Logo sauber nach: klare Konturen, definierte Farben, korrekte Schrift, in allen benötigten Formaten. Genau das machen wir unter Logo vektorisieren. Bei einem Auftrag für Vereinsbekleidung ist die Vektorisierung inklusive, ohne Auftrag kostet sie CHF 100 pauschal. Ihr erhaltet danach die Dateien und könnt sie frei weiterverwenden — auch für Flyer, Website, Banner oder Fahnen.
Checkliste vor der Bestellung
- Liegt das Logo als Vektordatei vor?
- Ist der Hintergrund transparent oder sauber freigestellt?
- Sind die Vereinsfarben als konkrete Farbwerte bekannt?
- Gibt es eine reduzierte Version für kleine Grössen?
- Ist geklärt, wer die Rechte am Logo hält?
- Existiert eine einfarbige Version für dunkle Textilien?
Wenn du drei oder mehr Punkte nicht abhaken kannst, klären wir das gemeinsam, bevor produziert wird. Lade euer Logo direkt im Designer hoch oder meldet euch über das Kontaktformular — die Rückmeldung kommt innert 24 Stunden.


